Gedankenspaziergang

Gedankenspaziergang

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00:00:07: Mein Name ist Bettina Seil-Whitelaw und du hörst meinen Podcast, Gedankspaziergang und andere Umwege.

00:00:15: Ich heiße dich herzlich willkommen zu einem Mix aus inspirierenden Geschichten kurzen Interviews und überraschenden Assoziationen.

00:00:24: Jeden Monat unternehme ich gemeinsam mit einem Gesprächsgast einen Spaziergang auf dessen Weg wir feine Impulse zu einem ausgewählten Thema sammeln.

00:00:34: Denn was immer dein innerer Kompass anzeigt, welche Straßen deine Landkarte auch verzeichnet.

00:00:39: Ich bin sicher Veränderung ist möglich und sie entfaltet bereits im ganz kleinen eine große Wirkung.

00:00:54: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Gedankspaziergang.

00:01:00: Im September beschäftigt uns bei der BCA Business Coaching Academy die Frage, wie bringen wir tiefe Struktur und Qualität in unser Wirken.

00:01:09: Das klingt zunächst vielleicht nach Professionalität, Erfahrung oder guter Ausbildung – für mich steckt darin aber noch etwas ganz anderes!

00:01:18: Was machen wir eigentlich?

00:01:20: Mit dem, was wir im Leben so erfahren haben.

00:01:23: Was davon prägt uns und was lernen wir daraus?

00:01:26: Und wie kann daraus mit der Zeit eine Haltung entstehen die in echt tief trägt?

00:01:33: Darüber spreche ich heute mit ... Ja Cornelia will nicht sagen sondern Conny du kannst dich gleich nochmal selber vorstellen.

00:01:40: Ihr Leben kennt sehr unterschiedliche Erfahrungen Krankheit Abschied Familie Verantwortung Trennung.

00:01:50: Ich will es gar nicht von meiner Seite so viel erzählen.

00:01:53: Du hast auch eine Ausbildung zur Ernährungsberaterin gemacht und du machst jetzt Sterbebegleitung, super inspirierend!

00:02:01: Wir hatten hier schon ein wenig die Gelegenheit uns zu beschnuppern.

00:02:05: Ich glaube wir könnten hier Stunden verbringen.

00:02:07: also Hi!

00:02:08: Hallo!

00:02:09: Schön, dass du da bist.

00:02:11: Sag noch mal kurz mit deinen Worten gerne auch dein Nachnamen.

00:02:15: Ich habe also Cornelia passt gar nicht zu dir.

00:02:18: Also

00:02:20: ich bin doch eigentlich immer Conny

00:02:22: und

00:02:23: die Kinderchen oder Kinder draußen fragen auch immer Bist Du die Conny aus dem kleinen Fixie Heft?

00:02:28: Nein, die bin ich natürlich nicht.

00:02:30: Schade

00:02:31: eigentlich.

00:02:32: Ja stimmt

00:02:34: Das ist ja auch süß, das ist die nächste Frage.

00:02:37: Und wenn du dich jetzt mal kurz beschreibst auf deiner Art und Weise vielleicht so mit zwei drei Sätzen hast du gehört?

00:02:44: Ich habe jetzt schon eine ganze Menge vor gelesen.

00:02:48: tatsächlich aber hab dann gemerkt ich habe jetzt keine Lust mehr weiter zu lesen.

00:02:51: Ich wollte dich das lieber selber sagen lassen.

00:02:53: Sag mal so zwei drei Setze.

00:02:57: wer bist denn?

00:02:58: Wer ich bin finde es ist eine recht schwere Frage

00:03:02: Und das nur in zwei, drei Sätzen.

00:03:06: Oder ich

00:03:06: frag mal was zeichnet dich aus?

00:03:08: Ist vielleicht ein bisschen einfacher?

00:03:10: Ja, für mich ist es einfacher.

00:03:14: Ich glaube, ich bin ein sehr offener Mensch.

00:03:17: Ich bin ein zuhörender Mensch und ich sehe in jedem auch irgendwie immer das Positive.

00:03:27: Und beruflich – Was machst du heute?

00:03:31: Also, ich bin MFA.

00:03:33: Früher hieß es Ratshelferin und das bin ich eigentlich auch immer noch.

00:03:37: aber jetzt arbeite ich in einem Ernährungsberatungsinstitut und bin da seit zehn Jahren und bin auch echt glücklich da.

00:03:47: Toll!

00:03:48: Und dann machst du ja auch noch Sterbenbegleitung?

00:03:50: Ich mache noch Sterbebegleitungen.

00:03:53: Das ist auch jetzt seit diesem Jahr nach der Ausbildung.

00:03:56: letztes Jahr fing die Ausbildung an Neben meiner Eltern.

00:04:01: Ich hab mich beide auch mitbegleitet, aber ...

00:04:04: Das kannst du später noch mal sagen.

00:04:06: Also danke auf jeden Fall und das war jetzt gar nicht so schwierig, also ich freue mich auf jeden fall sehr weil es ist wirklich sehr inspirierend mit dir auszutauschen wie wir ja vorhin schon festgestellt haben.

00:04:17: aber solange haben wir gar nicht Zeit.

00:04:22: Wenn Du heute auf Dein bisherigen Weg so schaust welche Erfahrungen haben Dich als Mensch am meisten oder auch am stärksten geprägt?

00:04:34: Ja, das ist tatsächlich die Erfahrung mit dem Tod.

00:04:40: Als Kind ... Die Erfahrung oft Angst zu haben.

00:04:47: Die haben mich sehr begleitet eigentlich mein Leben lang.

00:04:51: Dann sag mal genauer damit auch die Zuhörenden so eine Idee davon kriegen?

00:04:57: Die Erfahrung mit im Tod wie.

00:05:01: Also, damit bist du groß geworden irgendwie.

00:05:03: Aber erzähl mal und guck mal, ob du deinen ... also dass du unsere Zuhörende ein bisschen mehr daran teilhaben lässt, damit die auch verstehen so wie es dich dann geprägt hat und wie so dein Weg war.

00:05:19: Dann gehen wir nochmal ganz zurück?

00:05:20: Ja,

00:05:21: machen wir kurz!

00:05:21: Genau.

00:05:23: Meine Eltern waren sehr früh getrennt und meine Mutter war eine sehr angstvolle Mama hat auch oft mit dem Tod gedroht, war aber auch immer sehr schwer krank.

00:05:38: Hat einen Pferdeunfall gehabt, wo es auch sehr kritisch war und dann hat sie nachher diverse Krebserkrankungen gehabt, die immer ganz knapp vorher vor dem Tod waren.

00:05:50: Und das gehörte nachher zu meinem Leben ... Ich hatte Schwierigkeiten, mich auf etwas wirklich zu hundert Prozent verlassen.

00:05:58: Klar!

00:05:59: Weil ist nie diese Entgültig, bzw.

00:06:02: das hatte nie diese Verbindlichkeit.

00:06:05: und so bin ich groß geworden.

00:06:09: Wow!

00:06:10: Und ich frage mich gerade was hat das so ... Also neben der Angst?

00:06:14: Was hat das noch mit dir gemacht als Kind oder vielleicht auch später als Jugendliche oder Jungfrau?

00:06:22: Das Vertrauen war schon sehr angekratzt egal wo.

00:06:27: es war immer ein kleines Misstrauen da.

00:06:31: Und was hat das dann mit dem Beziehung um dich herum gemacht, frage ich mich

00:06:36: gerade.

00:06:37: Freunde hatte ich immer viele, die auch wie ich heute weiß nicht immer gut und gesund waren.

00:06:45: Auch Freundschaften einfach, Mädchenfreundschaften oder Jungsfreundchaften.

00:06:52: Ich war nie ... Ich bin ein Einzelkind und war eigentlich nie alleine

00:07:00: Also hast du ja auch immer Leute um dich herum gesucht?

00:07:03: Ja, ich hatte einen guten Freundeskreis und ich erinnere mich auch an wirklich viele, viele schöne Momente.

00:07:09: Auch heute noch die früher gewesen sind trotz diesen ganzen.

00:07:15: Und genau gab es dann irgendwie auch ... Weiß ich nicht weil Du warst ja alleine da.

00:07:22: also was hat das zum Beispiel oder anders... Was hast Du damals über Sicherheit gelernt?

00:07:32: Über Verantwortung, also über Sicherheit gar nix.

00:07:35: Es war sozusagen permanent gefühlt unsicher.

00:07:38: Ich bin mit sechzehn ausgezogen und habe meine Mutter tatsächlich zu Hause stehen lassen.

00:07:42: Und ich bin so einer Schwesterschülerin von meiner Mama gezogen.

00:07:46: Nachdem die dann ein Freund hatte, bin ich zu meinem Vater gezogen und bin dann mit achtzehn in eine eigene Wohnung gezogen auch mit meinem Freund damals.

00:07:54: Das ist alles viel zu früh aber das war für mich der ... Ich wollte nicht wieder zurück nach Hause

00:08:00: Genau.

00:08:01: Weil das ist ja auch wirklich wahnsinnig anstrengend, also da lag ja allein schon wenn ich dir so zuhöre Wahnsinn nicht viel Verantwortung auf deinen Schultern.

00:08:11: Genau und ich frag mich gerade weil es ist ja schon auch sehr stark dazu gehört ja schon einiges dass du damit sechzehn gesagt hast nein hier will ich nicht bleiben, weil du da ist ja eine Riesenstärke offensichtlich in dir auch gewachsen.

00:08:25: Was hat dazu geführt dass du dann so mutig und auch stark diese Entscheidung getroffen hast?

00:08:33: Dass sich diesen Kampf und dieser Streit mit meiner Mutter oder meinen Eltern einfach nicht mehr wollte dieses Zerrissen sein sollte aufhören Und ich wollte einfach mein Bereich haben.

00:08:48: Aber so früh mit einem Menschen zusammenzuziehen, war jetzt auch nicht ... Ich war noch gar nicht fertig.

00:08:55: Ich hätte eigentlich viel lieber meine Wohnung selber einrichten wollen und ich hätte gerne erst mal mein Leben, aber ich hatte einfach auch Angst das alleine zu tun.

00:09:05: Insofern war das dann ... Das war halt einfach so.

00:09:09: Ich hab da gar nicht so drüber nachgedacht.

00:09:11: Haben deine Eltern es dann leicht akzeptiert oder deine

00:09:14: Mama?

00:09:14: Mein Vater hat mir geholfen auch, meine Mutter hat es tatsächlich auch akzeptert.

00:09:20: Sie hat mir da keine Steine in den Weg gelegt.

00:09:22: Ich glaube auch dass sie das gut gefunden hat weiß ich nicht.

00:09:28: Es hat ihr schon weh getan.

00:09:29: aber ich glaube auch, dass sie wusste,

00:09:32: Also wie schon gesagt, also ich finde ja du denkst dann gleich in Richtung ne so richtig war es nicht.

00:09:39: Ich hätte doch erst mal alleine ziehen sollen.

00:09:42: aber ich frage mich gerade wir hast das reflektiert weil es ist ich sehe auf jeden Fall die Stärke den Mut deinen Weg weiterzugehen auch ein hohen Autonomieanteil bei all den Schwierigkeiten.

00:09:59: Was hast du selber reflektiert?

00:10:01: Welches Muster, also welche vielleicht auch Strategie Lebensstrategie daraus für dich entstanden ist?

00:10:08: Nachdem ich ausgezogen

00:10:10: bin... Also mit dieser Entscheidung auszuziehen.

00:10:14: Hast du dich ja für dich entschieden?

00:10:17: Genau da habe ich mich eigentlich für mich entschieden und hab aber gedacht es geht nicht.

00:10:24: Oder ich hab vielleicht auch gar nichts gedacht, ich weiß es gar nicht.

00:10:27: Ich

00:10:31: war einfach in Beziehung dann und hab da alles gegeben – auch schon ganz früh!

00:10:39: Aber der Drang nach Freiheit war immer da und den habe ich tatsächlich lange, lange, lang wegignoriert.

00:10:48: Und das ist ja ein echt starker Moment gewesen?

00:10:54: Allein schon, wenn ich dir so zuhöre stelle ich mir es jetzt gerade vor wie du da gestanden hast und gesagt hast nein.

00:11:00: Ich gehe jetzt also das hat sich wahrscheinlich wahnsinnig befreiend erst mal angefühlt oder?

00:11:06: Genau!

00:11:07: Und manchmal ist das ja so, also es ist ja deine Erfahrung die du so gemacht hast mit dir ist ja deine Geschichte Es ist ja so, dass daraus was Tieferes entsteht.

00:11:24: Ich

00:11:24: z.B.,

00:11:25: stelle mir die Frage ob du danach und nachfolgend auch einen Grundvertrauen entwickelt hast darin, dass du sowieso wenn alle Strecke reißen dein Weg weiter gehst?

00:11:39: Ja aber soll ich dir etwas sagen?

00:11:42: Eigentlich jetzt erst richtig

00:11:43: jetzt.

00:11:44: Erst richtig jetzt?

00:11:47: Das heißt, erst richtig jetzt hast du es verinnerlicht.

00:11:52: Jetzt ist für mich die Zeit, wo ich sage ... Ich kann nicht mehr zurück.

00:11:56: Ich kann auch nicht mehr verzichten auf etwa ... Für jemanden um ihm einen Gefallen zu

00:12:03: tun.

00:12:05: Wenn mein Innerer Drang oder der Ruf ein anderer ist und das habe ich tatsächlich erst ... Ich hab ja auch irgendwann mal vor vier Jahren fünf Jahre einen Burnout gehabt und habe ein Jahr nicht gearbeitet, auch in diesem Institut wo ich jetzt bin.

00:12:21: Und da ist tatsächlich viel passiert.

00:12:27: Da hast du Gefehl mit dir erarbeitet wahrscheinlich oder?

00:12:30: Also ich wurde gezwungen es ging gar nicht mehr anders als ich

00:12:34: musste.

00:12:36: Was waren daraus?

00:12:37: die Haupterkennnisse also die auch heute dazu führen dass du sagst so jetzt stehe ich da verbiegt mich da auch nicht.

00:12:45: Also ich folge, ja wie hast du es gerade gesagt?

00:12:49: Ich will dir jetzt keine Worte in den Mund legen.

00:12:51: Sag mal mit deinen Worten nochmal!

00:12:53: Ich folge meinem inneren Ruf und stelle ihn nicht immer zurück.

00:12:56: Das wird von...ich habe ja nächtelang nicht mehr geschlafen.

00:12:59: Das ging über zwei Jahre.

00:13:01: Ich hab zwei Jahre kaum richtig geschlaven.

00:13:04: Wahnsinn!

00:13:04: Und ich habe einen.

00:13:09: kurz bevor ich krankgeschrieben wurde weiß ich noch ein Altonaer fast einen Autounfall gebaut auf der Kreuzung, da bin ich über Rote über die Ampel gefahren.

00:13:18: Und es war ein tobenes.

00:13:19: Hupen, quetschen, Bremsen und es gab keinen Krach.

00:13:23: Es hat nichts ... Es ist kein Ineinandergefahren.

00:13:26: Ich hab nur die Augen zugemacht und bin über die Kreuzungen.

00:13:30: Da habe ich gewusst, ich kann nicht mehr.

00:13:32: Mhm!

00:13:34: Dann bin ich zum Arzt.

00:13:38: Der hat mich dann krankgeschrieben und dann habe ich auch meinen Klinikplatz gewartet.

00:13:42: Ich habe meine Tochter in Australien besucht zwei Monate vorher gerade weg.

00:13:46: Nein, ich war dies zwei Monate danach weg.

00:13:49: und sag nochmal schnell deine Frage.

00:13:54: Also ja das ist interessant.

00:13:57: Im Grunde genommen wollte ich wissen was hast du da so für Erkenntnisse gehabt?

00:14:01: Weil also wenn ich an diese Situation denke von früher wo du da gestanden hast mit sechzehn die ist ja sehr sehr sehr stark.

00:14:10: Also für mich wenn ich von außen brauche denk ich so wow!

00:14:12: Richtig.

00:14:13: Ja und das war auch genau.

00:14:15: Und dann hatte ich eine Beziehung, aus der auch Handgreiflichkeiten herausgegangen sind.

00:14:22: Ich weiß genau ... Als ich wirklich klein war, hab ich mir geschworen, wenn ein Mann mich schlägt, dann gehe ich und das habe ich getan.

00:14:32: Diese Kraft hatte ich danach erst mal nicht mehr.

00:14:37: Auch nicht mit dem Papa meiner Kinder.

00:14:39: Der hatte Krebs, als Lena geboren wurde und es gab ... Meine Mutter hat danach gleich wieder weiter.

00:14:46: Ich war so einem Hamsterrad ohne dass man sich selber fast gespürt hat.

00:14:49: Das war wie abgeschaltet.

00:14:52: Und man hat nur noch funktioniert.

00:14:54: Und das war auch gut.

00:14:55: Sonst hätten meine Kinder, glaub ich mehr gelitten.

00:15:00: wenn man sie heute fragt.

00:15:01: Weiß ich gar nicht ob Sie sagen würden, Sie haben gelitten?

00:15:06: Die machen's... Also ich Kann ich nicht so sagen, glaub ich.

00:15:12: Habt ihr da mal drüber gesprochen?

00:15:14: Die Mädchen und ich

00:15:15: ...

00:15:16: Ja, auch während der Trennung nachher als wir dann getrennt waren.

00:15:20: Lena wusste das.

00:15:21: Sie sagte nach Monaten fast zwei Jahre, sagt sie, du sag mal Mama, hat Papa eine andere gehabt, als wir aus der Kur gegangen sind?

00:15:29: Da ist mir der Kochlöffel aus der Hand geflogen!

00:15:31: Ich sage Lena, woher weißt du das denn?

00:15:32: Das haben wir nie kommuniziert.

00:15:35: Die Frage hat sich schon lange mit sich rumgeschleppt wirklich das Kind beim Namen nennen sollen.

00:15:42: Genau, das ist dann oft auch hilfreich weil die Kinder das ja ohnehin spüren was da sonst noch so ist und auch wir als Kinder.

00:15:51: Und der Neue bleibt jetzt nochmal bei dieser starken Erfahrung.

00:15:54: also du mit sechzehn Die Stärke die Du gefühlt hast dann auch nochmal Der Freund mit dem du damals zusammen warst genau wo du eben gespürt hast.

00:16:11: Ich bin gerade ein bisschen irritiert über diese Farben an meiner Podcastmaschine.

00:16:17: Aber egal, das sind neue, mehr Farben dazugekommen.

00:16:21: Ich wundere mich auf jeden Fall aber mal wieder zurück.

00:16:24: also du warst... Du hast da gestanden und du bist diesen Weg gegangen und dann aus der Beziehung auch rausgegangen weil du dir das so geschworen hattest.

00:16:35: Dann muss ja irgendetwas passiert sein.

00:16:39: Du hast gesagt, dann hast du jahrelang nicht mehr diese Stärke so gefühlt?

00:16:44: Was ist deine Ansicht nach ... Die ist da und in dir, wie du heute auch vorhin als wir uns unterhielten im Vorfeld.

00:16:54: Da ist spürbar das da einfach ...

00:16:57: Ja jetzt ist es auch ganz

00:16:58: viel.

00:16:59: Genau, was ist da passiert?

00:17:01: Dass du nicht weiter drauf ... Also daran angekoppelt hast, ne?

00:17:07: Hätte ich machen können.

00:17:09: Ja, hätte ich machen kann.

00:17:10: Vielleicht war ... Ich hab gedacht, es ist die Geburt der Kinder.

00:17:13: Dann ist man in der Rolle dieser Versorgung, dass die Kinder groß werden und gut groß werden.

00:17:19: Du hast das funktioniert.

00:17:21: Genau.

00:17:22: Ich hab die Zeit genossen als meine Kinder klein waren.

00:17:25: Wir hatten auch eine schöne ... Zeit am Anfang natürlich auch noch mit dem Papa.

00:17:30: Da war man so in diesem Familienverbund und für mich war Familie immer mein größter Wunsch, eben weil meine Eltern nicht zusammen waren.

00:17:40: Das war für mich wirklich wie ein kleiner Schatz und das Heiligtum.

00:17:44: Ich habe alles dafür getan vielleicht über das Mars hinaus und hab dabei auch übersehen dass es gar nicht so ist wie ich's mir mal gewünscht hätte oder hatte.

00:17:59: Ja, und da sagst du, was sehr wichtig ist.

00:18:02: Weil im Grunde genommen hast du dir das gewünscht, dass du jetzt eine eigene Familie hast und dass da so Mama, Papa und eben dann die beiden Mädchen, dass das halt so richtig gut funktioniert?

00:18:14: Und dass du dich gefreut ...

00:18:17: Wir waren immer in dieser klassischen Rolle.

00:18:19: Christian ist arbeiten gegangen und ich war zu Hause und hab einen Nebenjob gehabt und hab das Zuhause auch alles abgedeckt.

00:18:27: Und der Wunsch zu arbeiten, den hätte ... Also auch wirklich gleichwertig zu arbeiten.

00:18:33: Dass der Papa das übernimmt und ich zur Arbeit gehe.

00:18:36: Der hat nicht stattgefunden.

00:18:38: Das wollte er nicht.

00:18:41: Da hab' ich mich auch gefügt!

00:18:43: Ich war noch in dieser Fügungsrolle so wie man es halt früher irgendwie gemacht hat.

00:18:48: Hab wenig hinterfragt beziehungsweise gedacht okay ich mach's jetzt einfach.

00:18:52: Wer A sagt

00:18:53: muss auch B sagen.

00:18:56: Ja, ich glaube das ist das eine.

00:18:58: Das andere ist schon dass ich auch vorhin das Strahlen in deinen Augen gesehen habe weil du hast es dir ja gewünscht.

00:19:04: Es war hier auch ein erfüllter Wunsch.

00:19:06: Es ist ja beides

00:19:07: wahrscheinlich und

00:19:08: also du hast dich einfach gefreut dass du die Zeit hattest und so.

00:19:12: Also so hast du vorhin ausgeschaut.

00:19:14: also deswegen Ist es ja auch auf der einen Seite was Schönes, was da in Erfüllung gegangen ist?

00:19:21: Das hat nur diesen Funktionier-Gutfunktioniermodus und Weitermachmodus auch gebraucht.

00:19:26: Da hattest du einfach keine Zeit also dich in irgendeiner Form mit anderen Themen zu beschäftigen.

00:19:31: Deswegen würde ich's glaube gar nicht so abtun nach dem Motto Du hast Dich gefügt.

00:19:35: Also ich spüre dass das ein... ein richtig starker Wunsch war und das ist dann auch so gekommen.

00:19:43: Du hast also endlich etwas gemacht, was du nie hattest für deine Kinder und deine Familie damals.

00:19:50: deswegen finde ich ist es auch stark im Sinne der Wunscherfüllung und ich finde immer wir sind schnell dabei das dann negativ zu sehen nach dem Motto Ich habe mich da angepasst aber In die klassische Rolle, ich höre auch was anderes.

00:20:08: Das ist so wie als auch?

00:20:10: Genau und das hilft ja manchmal, dass dann zu sehen, dass diese Stärke irgendwie geblieben ist also das zu leben, was du auch leben wolltest.

00:20:22: Du hast dich nicht aufhalten lassen irgendwie.

00:20:29: Also ich möchte auch auf gar keinen Fall, dass da jetzt etwas entsteht.

00:20:32: Dass Christian

00:20:33: oder

00:20:33: mein Partner Schuld ist daran das Ich hätte es ja machen können.

00:20:36: Habe ich aber nicht.

00:20:38: Aber das habe ich auch nicht gemacht weil ich es nicht wollte.

00:20:41: Ich hab's mir auch gar nicht erlaubt.

00:20:44: Und angenommen du hättest dir das damals schon erlauben?

00:20:48: Was wäre das denn dann gewesen?

00:20:49: überhaupt was du dir erlaubtest?

00:20:50: Ja das wärs gewesen.

00:20:53: Das kann ich dir noch nicht mal sagen.

00:20:58: Genau.

00:20:58: Und manchmal ist es die Frage, weil wäre es was anderes gewesen eigentlich?

00:21:04: Also vielleicht wär's ja auch genau das gewesen und es war halt zu dem Zeitpunkt dran denke ich jetzt gerade so.

00:21:10: Das auf jeden Fall, das wärs definitiv.

00:21:15: Es gab für mich keine Alternative, weil alles belegt.

00:21:19: Jeder Punkt in diesem Familienverbund war belegt.

00:21:29: Das ist interessant, weil insofern ist es auch wieder stark.

00:21:34: Ich bleibe nur bei diesem Punkt.

00:21:36: Wie du vorhin ausgesehen hast, als du mir das erzählt hast, dass du dann eben rausgegangen bist ... Es ist so, ich gegenüber von mir sitzt eine starke Frau auch, die ihren Weg geht und nur ... Also ich spüre deutlich, du hast das gar nicht so richtig als Stärke gesehen.

00:22:03: Dass du dann auch erst dir möglich gemacht hast diese Familie haben und zu leben mit all dem was dazu gehört ist.

00:22:10: Es gab ja viele Jahre die richtig gut waren für dich, dein und eure Töchter und auch für euch als Familie.

00:22:20: Und manchmal hilft das, weißt du?

00:22:22: Also dann nochmal anders drauf zu gucken.

00:22:24: Weil ich empfinde es auch als Stärke.

00:22:27: Du hast dir den Wunsch geholt und irgendwann einmal warst das halt nicht mehr so ... Da hast du dann was anderes gespürt, sag ich jetzt mal.

00:22:41: Genau da habt ihr beide etwas anderes gespielt das war es einfach nicht mehr.

00:22:46: und auch da weil ich finde es immer ganz hilfreich auch so nach nach den übertragbaren Dingen aus der Kindheit zu suchen.

00:22:57: also das ist ja so da hast du dich auch nicht bremsen lassen als du dann gespült hast.

00:23:02: das stimmt so nicht mehr.

00:23:06: Da fängt man an sich zu bewegen und auch darum zu kämpfen.

00:23:10: Genau, genau.

00:23:11: Und irgendwann darf es dann auch mal leichter sein ohne Kampf.

00:23:15: Dann möchte man einfach nur machen.

00:23:18: Genau!

00:23:19: Wenn du jetzt so ... Also da hast du dann drum gekämpft und dann kam ja eine Trennung.

00:23:24: also wie du vorhin schon gesagt hast ihr wolltet's beide nicht?

00:23:29: Was hat dich da getrieben?

00:23:31: Warst das, dass du wolltest, dass es auch mal leichter ist oder wie würdest du das beschreiben.

00:23:37: Was ist so der Treiber bei all dem dann ...

00:23:42: Dass wir beide auseinandergegangen sind.

00:23:45: Ich glaube, wir hätten uns beide kaputt gemacht.

00:23:49: Da musste dieser Katt, musste entstehen damit jeder auf seine eigenen Füße fällt und auch auf seinen eigenen Schmerzpunkte.

00:24:00: Heute können wir essen gehen zusammen mit den Kindern.

00:24:03: Es hat lange gedauert nach der Treinung bis diese Verletzung, heute sprechen wir auch darüber und heute nehmen uns in den Arm und wissen dass die Kinder einfach wirklich auch gewünschte Kinder waren.

00:24:18: Und das zum Beispiel auch wenn ich dich jetzt also ihr seht das ja alle nicht aber Ich jetzt unsere liebe Connie anschaue, da ist es wieder.

00:24:27: Und deswegen habe ich vorhin gestutzt das ja auch etwas sehr Prägnantes.

00:24:33: also im Grunde genommen hast du schon früher so gemacht dass du dir gefolgt bist.

00:24:37: Du hast dich nicht bremsen lassen egal wie schwer die Situation war.

00:24:42: Du bist einfach weitergegangen Genau, und immer auf der Suche nach einer anderen Form.

00:24:49: von meiner Sprache wäre es vielleicht Stimmigkeit mit dir.

00:24:54: Vielleicht hast du was anderes dafür?

00:24:57: Also dir Folgen hattest du vorhin mal gesagt ... Der inneren Stimmefolge Und das hast Du ja die ganze Zeit gemacht.

00:25:08: Früher oder später habe ich ihr dann gefolgt.

00:25:15: Und was weißt du heutzutage anders als zum Beispiel noch vor zehn Jahren über dich und deine Stärke?

00:25:29: Heute weiß ich über meine Stärke, dass ich tatsächlich stärker bin, als ich sie jemals geglaubt habe.

00:25:39: Dass ich viel mehr Mut habe das zu leben und dass ich immer mehr dabei bin, das nicht immer zu hinterfragen.

00:25:50: Und dass ich noch ganz viel mehr

00:25:54: möchte.".

00:25:56: Da gibt es

00:25:57: ja auch noch viele Jahre.

00:25:58: Auch darüber haben wir vorhin gesprochen ... Wie alt fühlt man sich, wie alt ist man tatsächlich?

00:26:05: Also in den Fünfzigern fühlt Man Sich manchmal auch wie in den spät Dreißigern oder Vierzigern.

00:26:12: Und

00:26:13: wie

00:26:14: und Dennoch zu denken, ah wow es gibt da noch weiß ich nicht vielleicht über dreißigvierzig Jahre.

00:26:21: was stelle Ich eigentlich mit denen an?

00:26:23: Da willst Du noch ganz viel.

00:26:25: Ja ich möchte Räumen gerade mit meiner Tante in Frankfurt ihre Wohnung aus.

00:26:31: Sie hat sich entschieden, in eine Residenz zu gehen und da sehe ich auch viel so von ihrem Leben, von früher was ich ja noch gar nicht kenne Und sie ist auch sehr gerne gereist und ich möchte auch gerne ein bisschen reisen.

00:26:47: Ich liebe Menschen, ich liebe auch andere Kulturen.

00:26:50: Es ist nur Horizont erweitert für mich.

00:26:55: Das möchte ich noch viel, viel mehr machen und das heißt nicht in Spanien am Strand liegen.

00:27:00: Also ich möchte wirklich mehr

00:27:03: und

00:27:06: da soll es auf jeden Fall mit hingehen.

00:27:10: Und ja, dass ist auch spürbar, dass du natürlich dahin gehen wirst und ich denke so... was da auch drinsteckt, sich immer wieder für sich selber zu entscheiden und diese innere Stimme.

00:27:23: Und nicht zu verzichten bei der Andere das vielleicht nicht möchte oder genau... Das ist noch mein kleiner Schwachpunkt dem auch zu folgen.

00:27:37: Also egal was um dich herum passiert es trotzdem weiterzugehen diesen Weg und damit also komplett Wie hast du es vorhin mal gesagt, deinen Seelenfrieden oder dein Lebensglück verantwortlich dich zu fühlen?

00:27:55: Jeder Mensch ist für sein eigenes Glück verantwortlichen.

00:27:58: Man kann nie jemand anderem die Schuld für seine ... Wir sind nur alles Menschen, die gerne die Schuld in anderen

00:28:07: suchen

00:28:07: am Anfang, weil der Schmerz manchmal so hart ist, dass man's kaum ertragen kann.

00:28:13: Und ich glaube, wenn man das weiß, dass es nicht so geht.

00:28:16: Dann holt man sich erst mal seine Schmerzanteile natürlich wieder zurück.

00:28:22: Man holt sich aber auch seine ... Ich nenne's mal Macht.

00:28:24: Ich hab früher gedacht, Macht ist ein schlimmes Wort.

00:28:28: Aber mittlerweile finde ich das gar nicht.

00:28:31: Man hole sich einfach seine Machtanteile für sich selber wieder zurück und das macht ganz stark von innen.

00:28:37: Ja, und da hast du ja auch sehr intensive Erfahrungen gesammelt in dieser Burnout-Zeit.

00:28:44: Also wo du dich einfach schwach ohne Macht wahrscheinlich gefunden hast.

00:28:52: Ohne Macht?

00:28:55: Genau wie hast du das dann im Nachgang eingeschätzt?

00:29:00: weil da hat dein Körper auch sehr deutlich gesprochen.

00:29:03: Das

00:29:04: war eine schreckliche Zeit!

00:29:06: Ich bin nachts im Keller gewesen und hab ausgemistet.

00:29:09: Mhm.

00:29:09: Ich habe mir meine Fotos von der Zeit, als ich geheiratete, als die Schwanger war ... Ich hab mir die ganzen Kisten vorgenommen, hat mir jedes einzelnen Brief durchgelesen.

00:29:21: Hab ausgemisstet, hab weggeschmissen, hab für die Kinder eine Kiste fertig gemacht.

00:29:26: Da ist viel, viel passiert.

00:29:29: Und jede Träne, die vergossen wurde, war eine Träna der Heilung?

00:29:34: Mhm.

00:29:36: Also mit anderen Worten hast du auch immer so bewusst daran angefangen, loszulassen.

00:29:41: Ja.

00:29:44: Und das hat wahrscheinlich wahnsinnig viel in dir bewegt?

00:29:46: Das hat ganz viel in mir bewegt!

00:29:49: Was ist die Haupterkenntnis daraus aus dieser Zeit?

00:29:57: Dass ich für mich Verantwortung übernehmen muss und dass ich der einzige Mensch bin, für den ich Verantwortung tragen muss.

00:30:08: Niemand anders kann das für mich nicht übernehmen.

00:30:12: Wenn du das heute sagst mit so einer Stärke, wie doll fühlst du das auch in dir?

00:30:20: Doll!

00:30:20: Ja

00:30:20: ... Ich fühle es sehr

00:30:24: doll.

00:30:25: Aber

00:30:25: ich hab noch nicht hundertprozentig den Mut, komplett zu gehen.

00:30:31: Mein Freund sagt immer, du hast überall diese Brandherde und Chancen, das jetzt beweisen.

00:30:38: Mein Chef ist sechs Wochen im Urlaub gewesen und ich bin davon viele Tage alleine mit den Patienten, mit dem.

00:30:46: Und es hat mir von Tag zu Tag eigentlich mehr Spaß gemacht.

00:30:50: Früher habe ich mich immer versteckt hinter meinem.

00:30:52: Ich bin ja nur eine Arzthelferin.

00:30:55: Das hat mich auch so klein gemacht.

00:30:57: Heute bin ich dankbar dafür, dass ich's bin.

00:31:02: Ja heute wirklich ... Und ich merke auch wie es mir Spaß macht.

00:31:06: Ich weiß, ich wollte Maskenbild darin werden.

00:31:10: Ah wow!

00:31:12: Das war eigentlich mein Ziel und ich hab es nicht gemacht um schnell Geld zu verdienen.

00:31:18: Ich wollte schnell von zu Hause raus.

00:31:20: Und dann kam diese Lehre und das war eine tolle Lehre.

00:31:24: Also ich denke heute total gerne daran zurück.

00:31:28: So ist es oft in meinem Leben dass ich einfach Dinge in die Hand gelegt bekomme was passiert, auch dass ich heute bei dir sitzen darf.

00:31:40: Hast du einen Weg gemacht?

00:31:41: Habe ich noch nie gemacht und wäre nicht jemand da gewesen der gesagt hätte du Ich hab da was und ich dachte guell wo bin ich aus?

00:31:49: Ja aber das ist auch eine schöne Kombination.

00:31:52: also so auf der einen Seite gibt es immer Dinge die dir das Leben halt gibt Also so schenkt auch irgendwelche Situationen Und dann dein ich gehe da meinen ganz eigenen Weg weiter.

00:32:06: Von innen heraus ist es auch eine schöne Mischung, denke ich gerade so.

00:32:09: Es ist auch

00:32:10: mit der Sterberbegleitung und da gibt's ja auch ganz viel Menschen, wenn man mit denen schon sprechen kann – und das sind auch wirklich auch schöne Gespräche oft -, wenn man die dann fragt, warum sie was sie in ihrem Leben hätten anders machen wollen sagen Sie, Sie hätten eigentlich, wenn den Mut haben wollen ihr eigenes Leben zu leben in mir aufgenommen.

00:32:39: Schön, also auch da?

00:32:41: Das ist dann auch zufällig, sage ich jetzt mal zu dir gekommen das mit der Sterbebegleitung?

00:32:47: Nee, das ist geweckt worden weil ich meine Mutter wirklich ja lange bin.

00:32:50: Meine Mutter ist wirklich über einen längeren Zeitraum gestorben und ganz akut nachher im Krankenhaus.

00:32:57: Da waren meine Kinder klein, da bin ich zweimal die Woche auch hin zwei Mal am Tag jeden Tag hin.

00:33:03: Und da ist der Wunsch entstanden mehr darüber zu erfahren, weil das hat so schlimm Ängste auch in Meer ausgelöst.

00:33:12: Dieses Entgültige loslassen und ... Das hat ja dann noch mal lange gebraucht, wenn ich es wieder verworfen hab erst mal.

00:33:21: Und ist dann entstanden, als ich meinen Vater gehen lassen musste oder als er gegangen ist?

00:33:29: Mhm.

00:33:30: Da kam denn die Dame, die mein Vater mit betreut hat und sagte, Conny, wann machst du das nicht eigentlich?

00:33:37: Da

00:33:37: hab ich gedacht, das gab es ja schon

00:33:40: mal.

00:33:41: Und man soll immer auf die wiederkehrenden Dinge im Leben achten.

00:33:45: Soll man?

00:33:47: Oder wäre vielleicht schön und dann habe ich mich gekümmert.

00:33:53: Dann hab ich angefangen.

00:33:56: Jetzt ist es so bereichernd auch ... Also du hast der Freund schon mal auch sowas gesagt, wie manchmal sitzt du dann einfach da und bist bei den Menschen in Stille?

00:34:08: Ja genau.

00:34:08: Und diese Stille ist tatsächlich auch die, die wir ... wenn jemand lebt und noch atmet, finde ich schön, wenn es eine Stille is', wo keiner leidet.

00:34:26: Aber wenn jemand geht und dann die Stille ist, die hat ... Die ist für mich noch mal ganz besonders.

00:34:35: Und die hat auch oft was ganz Zerreißendes.

00:34:39: Also das ist schon wirklich stillstilstil.

00:34:44: Ich komme aber immer sehr erfüllt aus, wenn ich bei einer Begegnung gewesen

00:34:49: bin.

00:34:50: Ich kann gestresst reingehen, atme draußen einmal durch und gehe dann rein und gehe wieder raus meinen runter kommen.

00:35:03: Und was macht da diese Erfüllung aus?

00:35:06: Weil auf der einen Seite ist es ja, hast du gerade gesagt das auch irgendwie ... Es macht schon etwas wenn's dann so still, still, stil Also vielleicht auch ja irgendwie unangenehm still ist weil es macht dir was mit dir selber.

00:35:18: und Was ist denn so dieser Moment wo das so anders passiert?

00:35:25: Der moment ist so dass du Das alles sein darf und nichts muss und du auch nichts mehr verändern kannst, weil es ist wie's ist.

00:35:37: Und das so zu akzeptieren, dass es so ist, wie´s ist und so zu nehmen, wie es kommt.

00:35:45: Man erfährt ja wirklich diese Dankbarkeit von Menschen Sachen zu erfahren und einen kleinen Einblick in ihr Leben zu bekommen wenn es nur Fotos sind.

00:35:58: Das ist schon echt ein Geschenk.

00:36:02: Ja, das kann ich mir sehr gut vorstellen.

00:36:04: Und ich merke allerdings auch da... Wir haben ja so ... Das September-Thema ist ja auch.

00:36:10: also wie ist es mit der Tiefe?

00:36:12: Wie entsteht die und was ist mit den Erfahrungen?

00:36:14: Also wenn ich dir so zuhöre dann braucht's auf jeden Fall immer die Reflexion und irgendwie eine bestimmte Erkenntnis, sodass du das dann auch nehmen kannst.

00:36:27: Da gibt´s ja bestimmte Sachen, die sind schon so richtig angekommen und dann gibt es noch Sachen, die noch nicht so bei dir.

00:36:35: Genau!

00:36:36: Und da gehst du immer... und jetzt zum Beispiel als ich dir diese Frage gestellt habe, da hast du dich einfach richtig viel damit beschäftigt.

00:36:43: auch.

00:36:43: also offensichtlich ist da viel Du mit Dir und der Stille nochmal so passiert was du dann reflektiert hast.

00:36:51: weil das war jetzt auch wieder so ich guck Dich an und sehr wow das geht richtig tief Das ist nochmal anders vielleicht verstanden und damit zu dir genommen.

00:37:03: Ja, immer wieder neu.

00:37:06: Immer wieder neu?

00:37:08: Also da frage ich mich ja vielleicht ist es das.

00:37:13: Vielleicht frage Ich mich dass sie einfach mal laut und ihr da draußen könnt auch alle mit überlegen also genau Es ist wahrscheinlich dass es immer wieder so diese Auseinandersetzung mit den Themen dann braucht und irgendwie eine Erkenntnis.

00:37:29: umso Wow, das ist richtig loszulassen.

00:37:31: Das war ja so richtig spürbar als du es gerade erzählt hast was dann so passiert?

00:37:38: Ja ich brauche es also... Ich mag gerne im Leben sein logischerweise!

00:37:45: Ich weiß aber auch wenn es genug ist und für mich der Punkt ist wo ich mich zurückziehen muss um mich selber wieder zu spüren Wo falle ich jetzt runter?

00:37:59: Wo geht's mir schlecht und wo übergehe ich

00:38:01: mich?".

00:38:02: Weil das ist so hier in der Stadt oder auch wenn man halt gerne mit Freunden zusammen ist, geht es schnell mal unter.

00:38:11: Ist es noch sein eigenes was man möchte oder ist es einfach auch so ein Treiben, wo man sagt ja das möchte ich auch und da möchte ich hin und das möchte Ich auch noch machen und dann ist man abends spät zu Hause keine Zeit mehr für mich gehabt.

00:38:25: Wie geht es mir eigentlich gerade?

00:38:28: Und das geht vielleicht gar nicht gut und ich brauche auf jeden Fall die Zeit, um zu weinen.

00:38:35: Ich brauche die Zeit des Aushaltens, dass es mir schlecht gilt.

00:38:39: Das ist ganz schön schwer, das manchmal zu

00:38:41: ertragen.".

00:38:44: Was du da sagst, das ist so überhaupt für uns Menschen einfach ganz wichtig.

00:38:50: Also auch im Miteinander wenn wir in Kontakt sind, das Aushalten dessen was gerade passiert oder was sich vielleicht nicht gut anfühlt oder besonders gut.

00:39:00: Auch das ja auszuhalten sage ich jetzt mal also in diesem Kontakt der das dann auch anders tief macht.

00:39:08: Wenn wir es aushalten... Ich glaube tatsächlich mit das Schwerste überhaupt, was wir in unserem Leben lernen können.

00:39:16: Und gleichzeitig macht es das auch so tief weil die Erfahrung, die du gerade beschrieben hast wie du dann da sitzt und jemanden begleitest und dass du fühlst in der Tiefe wo dann alles okay ist.

00:39:29: Das ist so dieses Gefühl von Es ist alles ok ob du da jetzt weinst und dich fühlts oder dich grade schlecht fühls oder dich gerade überglücklich fühls.

00:39:39: Auch das muss man aushalten können oder nehmen können, sich dann selber auch zu nehmen und den Kontakt mit anderen Menschen zu spüren.

00:39:49: Und das dann auch anzunehmen ist es schon eine Herausforderung ja.

00:39:54: Das ist aber sehr inspirierend.

00:39:56: ich habe ja auch schon öfter mal, habe ich dir vorhin schon erzählt darüber nachgedacht sterbe Begleitung zu machen werde ich bestimmt auch nochmal machen.

00:40:03: Ich glaube jetzt ist noch nicht der richtige Zeitpunkt dieses dann so eins zu sein und das Momentum zu fühlen, wo hier ist jetzt alles

00:40:15: fein.

00:40:16: Genau!

00:40:17: Und da darf es auch

00:40:20: alles passieren.

00:40:21: Es darf alles passieren?

00:40:23: Ja.

00:40:23: Ob

00:40:24: jemand reden möchte oder nicht reden möchte, ob er weint oder ob er ein Duft öl möchte oder ob man aus seinem Leben erzählt oder man sitzt Erzählt gar nichts.

00:40:40: Und was ja auch sehr besonders ist, dass dich diese Erfahrung so unglaublich tief mit dir verbindet?

00:40:48: Richtig!

00:40:49: Genau das sind die Momente wo es wirklich auch so ist und wahrscheinlich bin ich auch deshalb dann eher erfüllt wenn ich raus gehe um mich erschöpft

00:41:01: Ja, und im Grunde genommen findet das ja alle statt was ich gerade gesagt habe.

00:41:05: Also du bist in Kontakt mit dir, du bist im Kontakt mit der anderen Person Und ihr seid dann im Kontakt Mit dem was auch immer sich gerade ereignet.

00:41:15: also alles darf passieren also komplett im Moment.

00:41:18: genau

00:41:19: man ist in dem moment wirklich in diesem moment.

00:41:22: Also ein absolut erstrehmenswerter Zustand für uns alle, denke ich jetzt gerade so.

00:41:27: Und was hast du da von Erfahrung gemacht?

00:41:31: Was mit den Menschen die dann gehen, dann so passiert?

00:41:35: also ist es genau das dass sie das dann loslassen und sein lassen oder was hast Du da so festgestellt?

00:41:44: Also der Moment wo Sie wirklich den letzten Atemzug machen ist ja auch eher selten, dass man in dem Moment auch gerade da ist.

00:41:51: Aber es ist ja schon das ganze vorher so

00:41:53: ... Das Sterben fängt ja dann schon vorher an und das Loslassen ist ja auch für jeden unterschiedlich.

00:42:06: also mein Vater beispielsweise

00:42:09: hat

00:42:10: finde ich leichter losgelassen als meine Mutter aber vielleicht hat sie's auch gar nicht Ich weiß es nicht.

00:42:19: Der ist, der ist sterben.

00:42:22: Für mich ist das ja wie eine Geburt nur in die andere Richtung

00:42:26: und

00:42:27: ... Insofern da eine, ich möchte gar nicht sagen kämpft mehr aber vielleicht auch doch, glaub ich, ganz endgültige Loslassen von allem was man so hat war gerade Menschen, die einem lieb sind wenn sie dann da sind Da gibt es ja auch unterschiedliche Momente oder auch nicht der Versöhnung, dass sie nicht kommen.

00:43:00: Ich glaube da ist das alles möglich.

00:43:06: Da frage ich mich, woran erkennst denn du, dass du gerade voll eingelassen und beim anderen bist?

00:43:16: Wenn mein Kopfkino aufhört... Wenn in meinem Kopf die Gedanken endlich mal ruhig sind.

00:43:23: Und auch das darf kommen und gehen, aber es dauert.

00:43:26: Ich gehe gerne spazieren – ich habe ja einen Hund!

00:43:31: Also wenn ich wirklich alleine spazierend geht, dauert es zwanzig Minuten ungefähr bis da oben nicht derjenige aufhört, darum zu quatschen mit «Du musst noch dies, die Wäsche».

00:43:42: Das muss du auch noch, dann musst du einkaufen und du hast den Patienten vergessen noch das und das zu geben.

00:43:48: dass es wirklich still ist und man einfach den Moment genießt.

00:43:53: Ja, schön!

00:43:55: Und da frage ich mich das jetzt auch gerade wieder so tief?

00:44:00: Genau... Ja, also mein Bedürfnis ist so den Menschen die uns jetzt zuhören nochmal vielleicht auch etwas mitzugeben.

00:44:11: Also aus deiner Situation heraus jetzt Leuten hier vielleicht hört ihr das auch alle?

00:44:15: Die Kirchenglocken.

00:44:20: Das passt jetzt richtig gut.

00:44:23: und die Frage ist wenn du weißt Es ist ja spürbar, dass das was du da empfindest so tief ist.

00:44:33: Was würdest du denjenigen die jetzt zuhören gerne mitgeben wollen?

00:44:39: So last words from you.

00:44:41: also

00:44:43: welche Gedanken

00:44:45: oder welche Frage oder keine Ahnung welcher Erkenntnis war es auch immer.

00:44:52: Jetzt wären die Kirchenglocken Leuten.

00:44:54: ich hoffe ihr könntes alle hören.

00:44:57: Für mich ist das Leben eher eine Übung fürs ganz große Loslassen.

00:45:03: Sei es, dass die Kinder ausziehen und es fängt für mich mit der Geburt an.

00:45:07: Dann kommen sie in die Schule oder ein Kindergarten, dann gehen sie in den Schulen.

00:45:10: Dann machen sie Abitur, irgendwann ziehen sie aus.

00:45:13: Und dann ist man wieder für sich.

00:45:15: Dann fängt man ja an sein Leben weiter zu leben.

00:45:21: Ich habe für mich herausgefunden ... Dass man viel ausmisten sollte!

00:45:28: Ausmisten, innen und außen.

00:45:32: Und versuchen sollte alles loszulassen.

00:45:36: Ich hab sonst gar nicht so einen guten

00:45:40: Rat ... Ja, aber das ist also auch da?

00:45:43: Also, das ist ja was sehr Tiefes.

00:45:46: Das Loslassen ausmisten, innen und außen vielleicht sich die Frage zu stellen, was es eigentlich wirklich wichtig?

00:45:53: Ein schöner Gedanke, was du sagst...

00:45:56: Ehrlich zu sich selber sein.

00:45:58: Versuchen zumindest!

00:46:00: Es ist nicht immer gleich, dass man sagt ich bin jetzt ehrlich.

00:46:04: Jetzt ändere ich alles.

00:46:05: Nein, darum geht's

00:46:06: ja nicht.

00:46:06: Überhaupt

00:46:07: nicht

00:46:08: mitten.

00:46:08: Das sind die kleinen Schritte Ja,

00:46:10: und ich finde aber auch den ... Das was du sagst sehr schön.

00:46:13: Nämlich das Leben ist ein einziger Loslassprozess bis wir dann irgendwie wieder gehen.

00:46:19: Bist

00:46:20: du ganz rosse loslassen?

00:46:21: Genau!

00:46:22: Also es fängt beide Geburt an eben als auch ein Loslass-Prozess und dann später wenn wir dann wiedergehen.

00:46:29: Und das einfach zu üben damit's dann weniger schlimm ist oder anders damit's voll im Moment eingelassen ist und zufrieden Das ist, glaube ich auch ein schöner Gedanke.

00:46:41: Also was für mich daraus entsteht, ist also erstmal danke ich dir sehr, sehr, ich könnte jetzt noch stundenlang hier mit dir sitzen

00:46:49: und viel lachen!

00:46:50: Wenn man das kann?

00:46:51: Ich liebe es zu lachen.

00:46:53: Ja, ich glaube Lachen hat auch etwas mit loslassen, ein Stück weit zu tun.

00:46:57: Ganz

00:46:57: toll, ich habe mir meinem Vater noch ganz viel gelacht, auch noch während des Sterbeprozesses.

00:47:02: Also Lachen ist auch ein Loslassprozess.

00:47:05: dann, also so ... Auch über sich selber zu lachen.

00:47:08: Ja unbedingt!

00:47:10: Über die eigene Paddelligkeit oder was auch immer.

00:47:14: Oder und oh Gott das hat es gar nicht funktioniert habe ich mir alles anders vorgestellt.

00:47:19: Genau da gibt's ja auch Feld mehr einen Lachjogher.

00:47:22: Da könnt ihr mal gucken.

00:47:23: Vielleicht ist das hier auch etwas aber... Das Lachen is' auch ein loslassprozesse?

00:47:27: Also ja wir schauen dann nochmal anders auf Situationen Und dann sind die Sachen viel mehr befriedet als sonst so.

00:47:37: Das ist auch schön!

00:47:38: Insofern finde ich, dass

00:47:41: es

00:47:42: wahnsinnig bereichernd war jetzt mit dir hier zu sitzen und darüber nachzudenken... Also im Prinzip haben wir auch über das Sterben geredet und über das Leben als solches auf einer anderen Ebene.

00:47:59: Und wie ich gerade schon gesagt habe, ich könnte stundenlang noch mit dir hier sitzen.

00:48:03: Aber ich finde das jetzt ein guter Moment... Mit

00:48:07: den Kirchenglocken?

00:48:09: ...mit den Kirchenglocken auch hier einen Schlusspunkt zu finden!

00:48:12: Also danke, danke, Danke dass du hier warst hat mir ganz viel Freude gemacht.

00:48:16: Danke dass ich hier sein darf

00:48:18: und ich wünsche dir einfach

00:48:21: Ja,

00:48:22: dass du jetzt gut weitergehst.

00:48:24: und all den Zuhörenden wünsche ich auch, dass sie jetzt nochmal vielleicht bewusster die Dinge so verstehen.

00:48:32: Und auch loslassen können in dem Sinne, den wir gerade vorhin hatten.

00:48:38: Ich würde sagen viel Spaß euch allen dabei!

00:48:42: Viel Freude beim Neuentdecken.

00:48:44: anders entdecken Anders sich verwurzeln und bevor die Kirchenglocken jetzt aufhören, müssen wir jetzt auf hören.

00:48:52: Ciao ihr Lieben!

00:48:54: Habt noch eine gute Zeit bis zum nächsten Gedanke-Spaziergang.

00:48:58: Tschüss Ich hoffe sehr für dich waren inspirierende Gedanken und Nachhaltige Impulse dabei.

00:49:09: Vielleicht machst du gleich heute einen ersten ungewunden Schritt mag er auch noch so klein sein.

00:49:14: Überrasche dich selbst stelle die Himmelsrichtung auf den Kopf Und make change happen.

00:49:20: Und wenn du Fragen und Anregungen hast oder dich zu einem interessanten Thema mit mir gerne verabreden möchtest, dann schick uns doch einfach eine Mail unter podcastatcoaching-im-business.de.

00:49:36: Hier kannst du uns auch gerne eine Sprache nachher schicken, wenn du möchtes!

00:49:40: Und natürlich freuen wir uns auch, wenn Du unseren Podcast teilst und ihn auch abonnierst.

00:49:47: Auf jeden Fall freue ich mich auf deine Gedanken dazu und sage tschüss bis im nächsten Monat.

Über diesen Podcast

Seit mehr als 20 Jahren ist die Gründerin und Geschäftsführerin der BCA Business Coaching Akademie Bettina Seidel-Whitelaw als Coach erfolgreich tätig.
Im Podcast "Gedankenspaziergang" erwartet die Zuhörenden ein Mix aus Einblicken in Coaching-Methoden und -Inhalte, Interviews zu Themen rund um persönliche Entwicklung und Wohlbefinden sowie gedankliche Spaziergänge mit wechselnden Gesprächspartner*innen.
Mit Charme, Humor und Ehrlichkeit nimmt Bettina Euch mit auf eine auditive Reise aus inspirierenden Geschichten, überraschenden Assoziationen und neuen Impulsen. Denn: Veränderung ist möglich und sie entfaltet bereits im ganz kleinen eine große Wirkung. In diesem Sinne: Make Change Happen!

von und mit Bettina Seidel-Whitelaw

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